Eigentlich ist es ganz einfach: Wer nicht mitspielt, darf auch nicht austeilen. That’s it. Doch Männer wissen es eben immer besser und meinen es auch so. Sehr zum Leidwesen von uns nervlich angeschlagenen Müttern. Denn, seien wir ehrlich: Den Hauptteil der Arbeit übernehmen immer noch wir.

Bitte verstehen Sie mich nicht falsch, mein Mann ist herausragend – natürlich in allem – insbesondere als Vater meiner Kinder taugt er ganz ausserordentlich gut. Und als mein Hausmann ist er unschlagbar. Zumindest wenn man das durchschnittliche Level der haushalterisch tätigen Männer berücksichtigt. Genug des Lobes.

Nun to the hard facts. Ich bin 36, Mutter zweier kleiner Kinder, freie Journalistin und Autorin, träume von einer eigenen Strandbar, einem eigenen Personal Trainer und einer Putzfrau für jeden Tag. Ich fürchte, die Chancen stehen schlecht, dass sich Nummer zwei und drei erfüllen könnten. Und seit Neustem bin ich eben – „s’hässige Mami“. Das sagt mein Mann. Und das nicht etwa schalkhaft bubenhaft oder charmant galant, nein, es ist ihm Ernst damit.

Hervorzuheben sei meine Hässigkeit in den frühen Morgenstunden, oder auch des Nächtens. Nun, wer schon mal mit Schlafentzug gefoltert worden ist, der weiss wovon Frau spricht – oder wen sie in Gedanken lynchen möchte: Alle, die Schlaf abkriegen. Und das sind viele, aus der Perspektive einer Neo-Mutter. Die Welt möchte einem im Morgengrauen nur Böses. Das macht auch kein entzückendes kleines Wesen wett. Oder zumindest nur teilweise, je nach Gemütszustand. Ja – und in der restlichen Zeit sind wir eben hässig.

Hallo Kind, ich bins, dein hässiges Mami. Und da, da ist dein fauler Papi. Was wo? Dort, unter der Bettdecke. Ja, ganz bestimmt ist er dort. Lass ihn schlafen, komm mein Kind, wir putzen Dir erst einmal das vergaggelte Fudi. Abends auch, ein ähnliches Szenario. Ist endlich Ruhe im Gebälk, da raunt es vom Sofa-Ende: „Wieso bisch so hässig?“ Ich bin es nur scheinbar, mein geliebter Ehemann. Aber halte inne, ich erklär’s Dir, sobald ich die Küche aufgeräumt habe. Nein, Sex gibt’s danach womöglich nicht. Morgen vielleicht. Wenn ich nicht hässig bin.

Written by C.